Belletristik, Historischer Roman

Karolinas Töchter von Ronald H. Balson *Rezension*

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Karolinas Töchter – ein Roman über den Holocaust in Polen, über das Leben im Ghetto und über das Vernichtungslager Auschwitz aus der Feder des amerikanischen Rechtsanwalts Ronald H Balson. Ich stehe diesem Buch sehr zwiespältig gegenüber…

Inhalt:

Die hochbetagte Lena Woodward-Scheinmann will mit Hilfe der Anwältin Catherine Lockhart und deren Partner und Privatdetektiv Liam Taggart die Zwillingstöchter ihrer Freundin Karolina finden, die im Zweiten Weltkriegs verschwunden sind.

Viel mehr will Lena über diese Kinder nicht sagen. Dafür beginnt sie in ihren Gesprächen mit Lockhart, die ganze Geschichte ihrer Jugend in Polen während des zweiten Weltkriegs aufzurollen: Als die Familie Scheinmann von den Nazis aus ihrem Haus vertrieben wird, versteckt sich Lena im Dachboden und entgeht so der Deportation. Im Ghetto trifft sie ihre Jugendfreundin Karolina wieder, und die beiden Mädchen kämpfen zusammen ums Überleben. Als Näherinnen in einer Fabrik der Deutschen können sie lange Zeit dem Konzentrationslager entgehen. Während Lena geheime Berichte des Polnischen Widerstandskämpfers Witold Pilecki (eine äusserst beeindruckende Figur) über das Vernichtungslager Auschwitz zu einem Mittelsmann schmuggelt, verliebt sich Karolina in einen Deutschen und wird schwanger. Kurz nach der Geburt ihrer Zwillinge wird das Ghetto geräumt und auch Lena und Karolina müssen mit den Zwillingen den Zug nach Auschwitz – Birkenau besteigen…

Während Lockhart und Taggart sich Lenas Geschichte verständnisvoll anhören, versucht deren Sohn Arthur, ihre Suche nach Karolinas Töchtern zu verhindern, in dem er Catherine Lockhart vor Gericht bringt und seine Mutter als dement erklären lassen will.

Schwache Rahmenhandlung

Lenas Schilderungen über den Naziterror in Polen, die Bedingungen im Ghetto und in Auschwitz sind eindrücklich, sehr schockierend und ausführlich, ohne je langweilige zu sein.

Den ganzen Sommer hindurch fuhren Züger heran, aus denen die Neuankömmlinge direkt in die Gaskammern geschickt wurden. Die Krematorien arbeiteten rund um die Uhr. Zu seiner Spitzenzeit tötete Auschwitz-Birkenau zweitausend Menschen pro Stunde.

Die Rahmenhandlung dagegen ist schwach, stellenweise fast nervig und störend. Es ist doch eher unglaubwürdig, dass sich eine vielbeschäftigte Anwältin stunden-, ja wochenlang Lenas detaillierte Jugenderinnerungen anhört, ohne Genaueres über die Kinder und den Ort und Zeitpunkt von deren Verschwinden zu erfahren. Das hätte erzähltechnisch anders gelöst werden müssen. Auch ist der Schreibstil insgesamt sehr einfach, mag sein, dass das auch an der Übersetzung liegt. Während die Handlung in Polen flüssig und bildhaft erzählt wird, ist die Rahmengeschichte langweilig, unglaubwürdig und die Dialoge teilweise fast dümmlich. Während mir Lena und Karolina ans Herz gewachsen sind, konnte ich mit Lockhart und Taggart bis zum Schluss gar nichts anfangen. Sehr schade, denn die Geschichte von Lena, Karolina und den Zwillingen ist sehr berührend und schockierend und mehr als wert, erzählt zu werden. Wenn auch der Schluss doch etwas zu sentimental geraten ist.

Fazit:

Wer mit einer schwachen Rahmenhandlung leben kann und keine grossen Ansprüche an den Schreibstil hat, dem lege ich dieses Buch trotzdem ans Herz. Gegen das Vergessen und im Gedenken an alle Mütter, die während irgendwelcher Kriege dieser Welt von ihren Kindern getrennt wurden!

Bibliografische Information:

  • Ronald H. Balson:  Karolinas Töchter: Roman (Liam Taggart und Catherine Lockhart, Band 2)
  • Hörbuch-Download
  • Verlag: Audible Studios
  • Audible.de Erscheinungsdatum: 18. August 2017
  • Spieldauer: 12 Stunden und 46 Minuten
  • Version: Ungekürzte Ausgabe
  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 4. (18. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • Originaltitel: Karolina’s Twins

Gehört im Februar 2019

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